
geboren 1991 in Mainz, lebt und arbeitet in Frankfurt am Main und Mainz. Sie studierte Bildende Kunst an der Johannes Gutenberg-Universität und Kunsthochschule Mainz und beendete das Studium mit dem Meisterschülerbrief in der Klasse für Bildhauerei bei Prof. Sabine Groß. Seitdem arbeitet sie im städtischen Atelierhaus Waggonfabrik und wird von der Emde Gallery in Mainz vertreten.
Neben Skulpturen und Installationen arbeitet Lawrenz mit Performance und in den Medien Druckgrafik und Zeichnung. Sie untersucht die Materialien und Formen des Alltags und des öffentlichen Raumes. Die gebaute Umwelt ist von Normierungen durchzogen und steht dadurch häufig in einem Spannungsverhältnis zum menschlichen Körper. Startpunkte der künstlerischen Arbeit bilden eigene Erfahrungen und Beobachtungen, die sie im Verhältnis zu gesellschaftlichen Fragen bearbeitet.
Die Arbeiten von Lawrenz wurden unter anderem in Ausstellungen in der Kunsthalle Mainz; Museum Pfalzgalerie, Kaiserslautern; Museum Ludwig, Koblenz; Kunstverein Ludwigshafen und im Künstlerverein Walkmühle, Wiesbaden gezeigt. Ausgezeichnet wurde ihre Arbeit mit dem Nachwuchspreis/Pfalzpreis, dem Emy Röder-Förderpreis und dem Preis der August-Müller Stiftung. Sie erhielt das Deutschlandstipendium des BMBF, das Gutenberg-Stipendium der Stadt Mainz, ein Stipendium der Stiftung Kunstfonds und ein Landesstipendium der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur in Burgund-Franche-Comté.
Über die Arbeit bei POPAIR
handlich
In meiner künstlerischen Praxis befasse ich mich mit Formen und Materialien, die Teil des Alltags sind. Oftmals sind diese Gebrauchsgegenstände so vertraut, dass ich wenig über sie nachdenke, obwohl ich täglich mit ihnen interagiere.
Seit einem Jahr sammle ich neue Alltagsobjekte: Sobald ich einen Henkel oder Griff auf dem Boden im städtischen Raum entdecke, hebe ich ihn auf und trage ihn mit mir bis ins Atelier. Es muss sich dabei um einen losen Griff oder Henkel handeln, der nicht mehr mit dem Gegenstand verbunden ist, zu dem er gehört. Meine Sammlung umfasst Henkel von Tüten (ohne die Tüte), Griffe von Fahrrädern (ohne das Rad), Griffe von Regenschirmen (ohne den Schirm) und so weiter.
Es ist erstaunlich, wie vielen einzelnen Griffen ich begegnet bin. Mich faszinieren diese Griffe, da sie die Verbindung zwischen dem menschlichen Körper und einem Objekt darstellen, das gehalten oder bewegt werden soll. In meiner Arbeit befasse ich mich mit den Dingen, die der Mensch für sich entwickelt hat. Der Mensch wird (laut Freud) als Prothesengott bezeichnet, der ständig neue Werkzeuge und Erweiterungen seines eigenen Körpers erfindet. Für mich stellen sich dabei grundlegende Fragen: Wer hält wen? In welchem Verhältnis stehen Mensch und Ding zueinander?
Die gefundenen Griffe sind ohne Gefäß oder Objekt; meist sind sie abgerissen und haben ihre Funktion verloren. Diese Leerstelle habe ich während meiner Residenz erforscht. Ich habe darüber nachgedacht, wie die Griffe um einen neuen Körper ergänzt werden können. Dabei ging es mir nicht darum, einen neuen funktionsfähigen Gegenstand herzustellen. Es handelt sich vielmehr um ein experimentelles Spiel, bei dem ich mich mit den Eigenschaften, der Form und der Materialität eines Griffs auseinandersetze. Durch Zeichnungen und Materialtests entstehen so Neuschöpfungen. Ich habe beispielsweise darüber nachgedacht, wie ein Gegenüber für den jeweiligen Griff aussehen könnte oder ob eine Linie ebenfalls als Träger fungieren kann. Sobald etwas einen Griff hat, wird es in Bezug zum Körper wahrgenommen und löst Assoziationen aus. Ein verlorenes Objekt hat viele Möglichkeiten, eigenständig zu werden, neue Beziehungen einzugehen oder sich in etwas Anderes zu verwandeln.

Ausbildung / Education
2019 – 2020
Meisterschülerstudium an der Kunsthochschule Mainz in der Klasse für Bildhauerei bei Prof. Sabine Groß
2017 – 2019
Master of Education Bildende Kunst/ev. Theologie an der Kunsthochschule Mainz und Johannes Gutenberg-Universität Mainz
2012 – 2016
Bachelor of Education Bildende Kunst/ev. Theologie an der Kunsthochschule Mainz und Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Einzelausstellungen / Solo Exhibitions
2023
fading memory, Haus Rheinland-Pfalz, Dijon, Frankreich
2022
Emde Gallery, Mainz
2019
can you relate to me, Mainzer Rathaus
2018
z.d.A., Skulpturenprojekt aus der Reihe Sockelalarm, Jockel-Fuchs-Platz, Mainz
2017
tell me who you are, Kunstraum Faulbrunnenstraße, Wiesbaden
Gruppenausstellungen (Auswahl), selected group exhibitions
2024
new heavy shit, NBB Gallery, Berlin
2023
En Dialogue, Haus Burgund, Mainz
SimultanProjekte, Simultanhalle Köln
Trage ein Trikot von Tipico, Quartier am Hafen, Köln
Ensemble, Sommant, Frankreich
Remix1, Emde Gallery, Mainz
Sofort so fort, Neuer Kunstverein Mittelrhein, Neuwied
Hochfrisiert im Schleudersitz, Architekturgalerie Kaiserslautern
Schulterblick mit Nackenhörnchen, GOMO art space, Wien
Vom Spielen, Ludwig Museum Koblenz
2022
Thirties, Academy of European Law, Trier
Einfädelspur, Zuostant, Berlin
Katze im Sack, Basis, Frankfurt
stepping stone, gu11, Köln
130km/h, Bellevue-Saal Wiesbaden
altitude unkown, Basis, Frankfurt
2021
Pfalzpreis für bildende Kunst 2021, Museum Pfalzgalerie, Kaiserslautern
Wir leben auf einem Stern, Kunsthalle Mainz
Positions Art Fair mit der Emde Gallery, Berlin
2020
flux4art, Landeskunstschau Rheinland-Pfalz
Kaninchen essen kein Fleisch und Löwen fressen keinen Löwenzahn, apotheke der Kunsthochschule Mainz
Theresa Lawrenz, Ruben Brückel, Thomas Newman Pound, Emde Gallery, Mainz
Emy Röder-Preis 2020, Kunstverein Ludwigshafen am Rhein
Wir leben auf einem Stern. Intro, Kunsthalle Mainz
Wache, Haus am Dom, Mainz
2019
Junge Kunst im Garten, Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen, Rüsselsheim
3x Klingeln, Biennale in der Mainzer Neustadt und im Bleichenviertel
günstig tanken, Ehemalige Tankstelle Reifenrauch, Mainz
2018
wood, metal, burns, paint, plexiglas, neon, copper, Künstlerverein Walkmühle, Wiesbaden
Preise und Förderung / Awards and Grants
2022
Kunstresidenz in der Saline Royale d‘ Arc-et-Senans, Frankreich Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur
Stiftungspreis 2022 August-Müller-Stiftung, Bezirksverband Pfalz
2020
Emy Röder-Förderpreis 2020, Kunstverein Ludwigshafen
Gutenberg-Stipendium, Landeshauptstadt Mainz
2019
Deutschlandstipendium BMBF
Kunst-Förderpreis, Freunde der Johannes Gutenberg-Universität
