Theresa Lawrenz

Neben Skulpturen und Installationen arbeitet Lawrenz mit Performance und in den Medien Druckgrafik und Zeichnung. Sie untersucht die Materialien und Formen des Alltags und des öffentlichen Raumes. Die gebaute Umwelt ist von Normierungen durchzogen und steht dadurch häufig in einem Spannungsverhältnis zum menschlichen Körper. Startpunkte der künstlerischen Arbeit bilden eigene Erfahrungen und Beobachtungen, die sie im Verhältnis zu gesellschaftlichen Fragen bearbeitet.

Die Arbeiten von Lawrenz wurden unter anderem in Ausstellungen in der Kunsthalle Mainz; Museum Pfalzgalerie, Kaiserslautern; Museum Ludwig, Koblenz; Kunstverein Ludwigshafen und im Künstlerverein Walkmühle, Wiesbaden gezeigt. Ausgezeichnet wurde ihre Arbeit mit dem Nachwuchspreis/Pfalzpreis, dem Emy Röder-Förderpreis und dem Preis der August-Müller Stiftung. Sie erhielt das Deutschlandstipendium des BMBF, das Gutenberg-Stipendium der Stadt Mainz, ein Stipendium der Stiftung Kunstfonds und ein Landesstipendium der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur in Burgund-Franche-Comté.


handlich

In meiner künstlerischen Praxis befasse ich mich mit Formen und Materialien, die Teil des Alltags sind. Oftmals sind diese Gebrauchsgegenstände so vertraut, dass ich wenig über sie nachdenke, obwohl ich täglich mit ihnen interagiere.

Seit einem Jahr sammle ich neue Alltagsobjekte: Sobald ich einen Henkel oder Griff auf dem Boden im städtischen Raum entdecke, hebe ich ihn auf und trage ihn mit mir bis ins Atelier. Es muss sich dabei um einen losen Griff oder Henkel handeln, der nicht mehr mit dem Gegenstand verbunden ist, zu dem er gehört. Meine Sammlung umfasst Henkel von Tüten (ohne die Tüte), Griffe von Fahrrädern (ohne das Rad), Griffe von Regenschirmen (ohne den Schirm) und so weiter.

Es ist erstaunlich, wie vielen einzelnen Griffen ich begegnet bin. Mich faszinieren diese Griffe, da sie die Verbindung zwischen dem menschlichen Körper und einem Objekt darstellen, das gehalten oder bewegt werden soll. In meiner Arbeit befasse ich mich mit den Dingen, die der Mensch für sich entwickelt hat. Der Mensch wird (laut Freud) als Prothesengott bezeichnet, der ständig neue Werkzeuge und Erweiterungen seines eigenen Körpers erfindet. Für mich stellen sich dabei grundlegende Fragen: Wer hält wen? In welchem Verhältnis stehen Mensch und Ding zueinander?

Die gefundenen Griffe sind ohne Gefäß oder Objekt; meist sind sie abgerissen und haben ihre Funktion verloren. Diese Leerstelle habe ich während meiner Residenz erforscht. Ich habe darüber nachgedacht, wie die Griffe um einen neuen Körper ergänzt werden können. Dabei ging es mir nicht darum, einen neuen funktionsfähigen Gegenstand herzustellen. Es handelt sich vielmehr um ein experimentelles Spiel, bei dem ich mich mit den Eigenschaften, der Form und der Materialität eines Griffs auseinandersetze. Durch Zeichnungen und Materialtests entstehen so Neuschöpfungen. Ich habe beispielsweise darüber nachgedacht, wie ein Gegenüber für den jeweiligen Griff aussehen könnte oder ob eine Linie ebenfalls als Träger fungieren kann. Sobald etwas einen Griff hat, wird es in Bezug zum Körper wahrgenommen und löst Assoziationen aus. Ein verlorenes Objekt hat viele Möglichkeiten, eigenständig zu werden, neue Beziehungen einzugehen oder sich in etwas Anderes zu verwandeln.


2019 – 2020    
Meisterschülerstudium an der Kunsthochschule Mainz in der Klasse für Bildhauerei bei Prof. Sabine Groß

2017 – 2019    
Master of Education Bildende Kunst/ev. Theologie an der Kunsthochschule Mainz und Johannes Gutenberg-Universität Mainz

2012 – 2016
Bachelor of Education Bildende Kunst/ev. Theologie an der Kunsthochschule Mainz und Johannes Gutenberg-Universität Mainz

2023
fading memory, Haus Rheinland-Pfalz, Dijon, Frankreich                  

2022
Emde Gallery, Mainz

2019
can you relate to me, Mainzer Rathaus

2018
z.d.A., Skulpturenprojekt aus der Reihe Sockelalarm, Jockel-Fuchs-Platz, Mainz

2017
tell me who you are, Kunstraum Faulbrunnenstraße, Wiesbaden

2024
new heavy shit, NBB Gallery, Berlin

2023
En Dialogue, Haus Burgund, Mainz

SimultanProjekte, Simultanhalle Köln

Trage ein Trikot von Tipico, Quartier am Hafen, Köln

Ensemble, Sommant, Frankreich

Remix1, Emde Gallery, Mainz

Sofort so fort, Neuer Kunstverein Mittelrhein, Neuwied

Hochfrisiert im Schleudersitz, Architekturgalerie Kaiserslautern

Schulterblick mit Nackenhörnchen, GOMO art space, Wien

Vom Spielen, Ludwig Museum Koblenz

2022         
Thirties, Academy of European Law, Trier

Einfädelspur, Zuostant, Berlin

Katze im Sack, Basis, Frankfurt

stepping stone, gu11, Köln

130km/h, Bellevue-Saal Wiesbaden

altitude unkown, Basis, Frankfurt

2021
Pfalzpreis für bildende Kunst 2021, Museum Pfalzgalerie, Kaiserslautern

Wir leben auf einem Stern, Kunsthalle Mainz

Positions Art Fair mit der Emde Gallery, Berlin

2020
flux4art, Landeskunstschau Rheinland-Pfalz

Kaninchen essen kein Fleisch und Löwen fressen keinen Löwenzahn, apotheke der Kunsthochschule Mainz

Theresa Lawrenz, Ruben Brückel, Thomas Newman Pound, Emde Gallery, Mainz

Emy Röder-Preis 2020, Kunstverein Ludwigshafen am Rhein

Wir leben auf einem Stern. Intro, Kunsthalle Mainz

Wache, Haus am Dom, Mainz

2019
Junge Kunst im Garten, Kunst- und Kulturstiftung Opelvillen, Rüsselsheim

3x Klingeln, Biennale in der Mainzer Neustadt und im Bleichenviertel

günstig tanken, Ehemalige Tankstelle Reifenrauch, Mainz

2018
wood, metal, burns, paint, plexiglas, neon, copper, Künstlerverein Walkmühle, Wiesbaden

2022
Kunstresidenz in der Saline Royale d‘ Arc-et-Senans, Frankreich Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur

Stiftungspreis 2022 August-Müller-Stiftung, Bezirksverband Pfalz

2020
Emy Röder-Förderpreis 2020, Kunstverein Ludwigshafen

Gutenberg-Stipendium, Landeshauptstadt Mainz

2019
Deutschlandstipendium BMBF

Kunst-Förderpreis, Freunde der Johannes Gutenberg-Universität